Speaking Up

Die zwei wichtigsten Komponenten des Speaking Up stellen Advocacy und Assertiveness dar. Mit Advocacy ist das angemessene und aktive Vertreten des eigenen Standpunktes selbst auf Kosten eines eventuellen Konfliktes gemeint. Assertiveness bedeutet, mit angemessener Deutlichkeit und Lautstärke ohne Zeitverzögerung nachzufragen.

Werden Fehler nicht als unvermeidliche Folge von Komplexität angesehen, sondern als Makel derjenigen, denen sie unterlaufen, macht es das dem Einzelnen nahezu unmöglich, Fehler anderer wie die eigenen anzusprechen. Weil damit immer das „Ego“ involviert ist. „Die Folgen liegen auf der Hand: Das System entwickelt sich nicht weiter.“ (Syed, Mathew: Das Black Box Prinzip, München 2016, S. 171) Und auf die konkrete Situation bezogen: Eine Handlung aufgrund einer Fehleinschätzung, die nicht durch eine Zweitmeinung revidiert wird, kann ein Sicherheitsrisiko bedeuten.

Mit der im BRM favorisierten Haltung zu Fehlern (Fehler sind systemisch nicht prinzipiell nicht vermeidbar) und einer JUST-Culture (No-Blame-Culture) ist es jedem im Team möglich, Zweifel zu äußern. Weil Sicherheitsmanagement als etwas Partizipatives verstanden wird.

Eine Methode, mit der selbstbewusstes Speaking-Up-Verhalten einübt werden kann, ist das P.A.C.E. Training, welches im Aviationsektor seit langem angewandt wird. Entscheidend ist aber das entsprechende Umfeld, die vorherrschende JUST-Culture.

⇢ P.A.C.E.